BLOODSHED - Inhabitants Of Dis

Label: code666

Release: 24.06.2002

Von: Calani

Punkte: 6,5

Nachdem mich die Debüt EP Skullcrusher in seiner Wucht hoffnungslos niedergemetzelt hatte, war ich extrem gespannt, was BLOODSHED mit ihrem ersten Langeisen auf die Beine stellen würden.
Allerdings schaute ich bereits nach dem ersten Durchlauf von Inhabitants Of Dis ziemlich enttäuscht aus der Wäsche. Auch nach weiteren Rotationen machte sich auf die Dauer gepflegte Langeweile breit. Zwar gibt es ein paar interessante Melodieläufe zu entdecken, im Großen und Ganzen haut mich diese Scheibe aber nicht vom Hocker.

Ohne irgendwelches Schnickschnack gibt's gleich mit dem Opener Death By Hanging mächtig was auf die ... Ohren. Höllisch schneller Death / Black Metal mit animalischem Gekreische gepaart mit tiefen Death Growls. Am Ende gibt es undefinierbaren Krach, bei welchem man argwöhnisch in Richtung CD Player schaut, um zu sehen, ob sich irgendwas in Selbstgefallen auflöst. Es könnte sich allerdings auch um einen Aufnahme- oder Pressfehler handeln. Klingt jedenfalls nicht wie ein Sample ...
In diesem Stile geht es munter weiter, immer auf die Fresse, ohne Gnade! Um das Ganze aber ein bisschen aufzulockern, gibt es mit Release und Deceit zwei kurze gitarrenakustische Intermezzos. Wobei auf ersterem spoken words zum Einsatz kommen. Dieselben akustischen Gitarren leiten auch Kiss Of Cruelty ein. Allerdings gibt es kaum Unterschiede in der Melodieführung und man kann somit kaum Akzente setzen.
Von Zeit zu Zeit nimmt mal den Fuß vom Gas und bewegt sich nahezu in Midtempo Gefilden. Dabei scheinen sich die 5 Schweden allerdings nicht sonderlich wohl zu fühlen und gehen meist nach kurzer Zeit wieder auf ICE Geschwindigkeit. Es bleibt aber anzumerken, das gerade die Midtempo Riffs extrem geil und druckvoll rüberkommen, wie z.B. bei Psychosomatic Revelation.
Der Gesang bleibt in der Produktion ziemlich zurück. Man muss schon reichlich aufdrehen, um was Genaueres zu hören - womit man allerdings auch den weitergehenden Sinn von Inhabitants Of Dis erfüllt. Da hätte man sicher mehr herausholen können. Generell finde ich die Produktion der Skullcrusher EP wesentlich kraftvoller, als die des aktuellen Albums, obwohl beide im Sunlight Studio aufgenommen wurden.

Die Langrille kränkt meiner Meinung nach an den Blastspeed Parts. Hier klingt irgendwie alles gleich, ist beliebig austauschbar und lässt daher eine gewisse Langeweile aufkommen. Auch die akustischen Einsprengsel und Midtempo Passagen bringen kaum wirkliche Abwechslung. Schade eigentlich :(

Bloodshed