Hinter dem
finnischen Quintett BLOODRIDE stehen einige
durchaus bekanntere Namen, wobei Niko Karpinnen (ex-Legenda)
der geläufigste sein dürfte. Auf jeden Fall sind die
Herren alt genug, um ihre Begeisterung für den Thrash Metal
der 80er glaubwürdig erscheinen zu lassen, haben sie doch
diese Zeit selber bereits bewusst konsumierend erlebt.
Denn genau das bekommt der Hörer auf dem zweiten Demo Bloodridden
Disease geboten: kraftvollen, extrem retro und
nach Mitte der 80er-Jahre klingenden Thrash. Vorbilder sind
da sicherlich schnell gefunden, vor allem bei den ersten Veröffentlichungen
von Slayer, Exodus oder Anthrax, wobei mir allerdings auch ständig
die kalifornischen Sacrilege im Kopf rumspuken.
Als erstes fällt im Gegensatz zum ersten Demo Taste
Of Bloodride (2003) der stark verbesserte Gesang
auf; statt eher weinerlichem Gejaule gibt es nun ordentliches
Thrash-Geshoute mit leichten Ausflügen ins Grunz-Genre.
Die Stücke selber sind fast allesamt kurz, knackig und
schnell gehalten, die Anzahl der Riffs beschränkt sich
auf das notwendige Minimum, stattdessen konzentriert man sich
lieber darauf, einen möglichst schädelspaltenden Eindruck
zu hinterlassen.
Das gelingt größtenteils ganz gut; zwar meint man
zuweilen, vieles auf dieser CD schon mal irgendwo gehört
zu haben, aber insgesamt fällt dieser Aspekt nicht besonders
negativ ins Gewicht, da Bloodridden Disease
einen frischen und spontanen Eindruck macht. Tracks wie Killing
The Silence, Forbid oder das etwas getragenere
Reckoning Day sind durchaus in der Lage, bei Nostalgikern
für ein warmes Gefühl in der Brustgegend zu sorgen,
wobei es sich dann hoffentlich nicht um verrenkte Brustwirbel
als Folge extensiven Handbangings handelt....
Da sowohl die übrigen Stücke als auch die Produktion
diesen Standard ebenfalls halten können, dürfen Freunde
traditionellen Thrashs hier gerne zuschlagen. Im Zuge der Revival-Welle
der letzten Jahre würde es mich auch nicht wundern, wenn
BLOODRIDE demnächst einen Plattendeal
in der Tasche haben.