BLOODRIDE – Bloodridden Disease

 
Label: Demo
Release: 19.11.2004
Von: Psycho
Punkte: -/-
Time: 21:06
Stil: Old School Thrash Metal
URL: Bloodride
 

Hinter dem finnischen Quintett BLOODRIDE stehen einige durchaus bekanntere Namen, wobei Niko Karpinnen (ex-Legenda) der geläufigste sein dürfte. Auf jeden Fall sind die Herren alt genug, um ihre Begeisterung für den Thrash Metal der 80er glaubwürdig erscheinen zu lassen, haben sie doch diese Zeit selber bereits bewusst konsumierend erlebt.
Denn genau das bekommt der Hörer auf dem zweiten Demo Bloodridden Disease geboten: kraftvollen, extrem retro und nach Mitte der 80er-Jahre klingenden Thrash. Vorbilder sind da sicherlich schnell gefunden, vor allem bei den ersten Veröffentlichungen von Slayer, Exodus oder Anthrax, wobei mir allerdings auch ständig die kalifornischen Sacrilege im Kopf rumspuken.
Als erstes fällt im Gegensatz zum ersten Demo Taste Of Bloodride (2003) der stark verbesserte Gesang auf; statt eher weinerlichem Gejaule gibt es nun ordentliches Thrash-Geshoute mit leichten Ausflügen ins Grunz-Genre. Die Stücke selber sind fast allesamt kurz, knackig und schnell gehalten, die Anzahl der Riffs beschränkt sich auf das notwendige Minimum, stattdessen konzentriert man sich lieber darauf, einen möglichst schädelspaltenden Eindruck zu hinterlassen.
Das gelingt größtenteils ganz gut; zwar meint man zuweilen, vieles auf dieser CD schon mal irgendwo gehört zu haben, aber insgesamt fällt dieser Aspekt nicht besonders negativ ins Gewicht, da Bloodridden Disease einen frischen und spontanen Eindruck macht. Tracks wie Killing The Silence, Forbid oder das etwas getragenere Reckoning Day sind durchaus in der Lage, bei Nostalgikern für ein warmes Gefühl in der Brustgegend zu sorgen, wobei es sich dann hoffentlich nicht um verrenkte Brustwirbel als Folge extensiven Handbangings handelt....
Da sowohl die übrigen Stücke als auch die Produktion diesen Standard ebenfalls halten können, dürfen Freunde traditionellen Thrashs hier gerne zuschlagen. Im Zuge der Revival-Welle der letzten Jahre würde es mich auch nicht wundern, wenn BLOODRIDE demnächst einen Plattendeal in der Tasche haben.