BLOODFLOWERZ – Dark Love Poems

 
Label: Silverdust Records
Release: 26.06.2006
Von: Psycho
Punkte: 6/10
Time: 42:53
Stil: Gothic Rock
URL: Bloodflowerz
 
Eine der ältesten Rock’n’Roll-Weisheiten besagt, dass das dritte Album einer Band über deren weiteren Werdegang entscheidet. Geht das Ding ab wie Schmitz Katze steht einer größeren Karriere nichts im Wege, aber wenn nicht, dann sollte man sich spätestens jetzt einen regulären Job suchen, um sein Hobby finanziell abzusichern. Interessanter Weise bezieht sich diese Weisheit aber ausschließlich auf den finanziellen Erfolg eines Albums; die Qualität der Musik hingegen interessiert in der Branche niemanden. Wie gut also, dass euer allseits geschätztes Lieblings-Online-Mag sich nur auf diesen Aspekt konzentriert...
Und aus dieser Perspektive kann ich ehrlich gesagt nur hoffen, dass die vier halberneuerten (Gitarrist und Bassist sind neu dabei) BLOODFLOWERZ allesamt jobtechnisch gut versorgt sind, denn Dark Love Poems ist zwar alles anderes als ein schlechtes Album geworden, aber auf der anderen Seite auch nicht gerade der Knaller, der es aus der Masse der monatlichen Veröffentlichungen herausragen lassen würde. Ein Hauptproblem ist dabei sicherlich der Mangel an unverkennbarer Identität; zwar macht die Band ganz routinierten, etwas härteren (Alternative-)Rock mit einigen Gothic-Einlagen, aber so richtig was Besonderes ist das nicht. Meistens kommt an dieser Stelle dann der Gesang ins Spiel, denn dieses „Instrument“ ist für viele Hörer immer noch der Aspekt, der am ehesten im Ohr hängen bleibt (mal von extremeren Richtungen abgesehen). Kirsten Zahn legt sich dann auch entsprechend ins Zeug und versucht wirklich alle Register zu ziehen, aber zumindest bei mir kommen die Emotionen nicht genügend zündend an. Denn da reicht es einfach nicht, mal ein paar kurzatmig gejapste Kieklaute zu produzieren (z.B. am Ende von Damaged Promises) oder immer wieder mal ein paar bewusst leicht schrägere Töne (vor allem in den Refrains) einzubringen.
Am besten gefällt mir daher noch Anthem For A Stranger, welches unter Mitwirkung der Schandmaul-Musikerin Birgit Muggenthaler entstanden ist. Hier wird der stilistische Rahmen endlich mal wirkungsvoll durchbrochen, die Melodien sind viel zwingender, und das ganze macht einfach einen runderen, ansprechenderen Eindruck. Zu viele der anderen Songs sind dagegen spätestens nach dem dritten Durchlauf potentiell ausgelutscht und damit in meinem Augen schnell langweilig, wie z.B. Healing Hearts oder Queen Of The Freakshow. Mit Sajidas’ Song oder Last Dance verfügt man aber immerhin über potentielle Single-Hits, und die wollen ja schließlich erst mal geschrieben werden, auch wenn ich persönlich nicht so auf mit der Brechstange gemachten Stadion-Rock stehe. Macht summa summarum immerhin 6 Punkte. Für eine internationale Karriere, wie im Info angedeutet, wird es aber wohl nicht reichen...