BLOODBATH – The Fathomless Mastery

 
Label: Peaceville
Release: 10.10.2008
Von: Psycho
Punkte: 9.5/10
Time: 41:37
Stil: Death Metal
URL: Bloodbath
 
Trotz eines sich in den letzten Jahren stark gewandelten Marktes gilt für ambitionierte Bands vermutlich auch heute noch die alte Business-Regel: das dritte Album entscheidet, ob du den großen Durchbruch schaffst oder nicht. Nun, mangelnden Erfolg kann man der schwedischen All-Star-Combo BLOODBATH bisher sicherlich nicht vorwerfen. Da stellt sich also eher die Frage, ob das Quintett damit zufrieden ist, weiterhin zwar geilen, aber stilistisch wenig innovativen Old School-DM zu spielen, oder ob man tatsächlich gewillt ist, eben nicht nur mit dem Banner des Projekt-Status hausieren zu gehen, sondern sich als ernsthafte Band weiterzuentwickeln.
The Fathomless Mastery beantwortet diese Frage ziemlich eindeutig, denn differenzierter, abwechslungsreicher und „unschwedischer“ haben BLOODBATH noch nie geklungen. Folglich wirkt die Musik diesmal einen spürbaren Zacken moderner als bisher, was sich zunächst erst einmal als Nachteil entpuppt, da die Eingängigkeit, die vor allem das Debüt auszeichnete, nur noch marginal vorhanden ist. Das führt dazu, dass man doch einige Durchläufe mehr als erwartet benötigt, um mit dem neuen Material warm zu werden. Was sich aber zum Glück als sehr lohnend herausstellt!
Ein Pluspunkt ist sicherlich die Rückkehr von Mikael Åkerfeld. Beim letzten Album habe ich noch eine Lanze für Peter Tätgren gebrochen, wozu ich auch heute noch stehe. Trotzdem muss ich klar anerkennen, dass der Opeth-Sänger hier eine grandiose Leistung abliefert; fast klingt es so, als wolle er sich etwas von der Seele growlen, wozu er bei seiner regulären Band sonst keine Gelegenheit hat. Aber auch beim Songwriting hat sich was getan: komplexere Abläufe und Riffs, aber auch vermehrte Blastbeats finden sich allenthalben. Das hat sich zwar auf Nightmares Made Flesh bereits angedeutet, aber auf jetzt werden die Extreme deutlicher ausgereizt, und generell haben die Schweden diesmal besonders viel Wert auf Abwechslung und Atmosphäre gelegt. Folglich kriegen wir mit At The Behest Of Their Death, Treasonous oder Drink From The Cup Of Heresy richtig harten Stoff serviert, Mock The Cross oder Iesous klingen stark nach Florida, während z.B. das Ende von Hades Rising fast schon in Left Hand Path-Dimensionen vorstößt. Wer bisher hingegen vor allem die Resurrection Through Carnage CD favorisiert hat, den dürfte am ehesten der Rausschmeißer Wretched Human Mirror begeistern.
Fast allen Stücken gemein ist das extrem gelungene Einbinden von mitreißenden Melodien, die trotz der etwas härteren Gangart nicht zu kurz kommen. Sie tragen die Tracks halt nur nicht mehr in dem Maße, wie es vorher der Fall war. Nicht verhehlen will ich allerdings, dass Devouring The Feeble das restliche Niveau nicht ganz halten kann, und dass ich den Snare-Sound irgendwie recht platt finde. Dafür halte ich jedoch das Sleeve-Design für das Gelungenste aller bisherigen Veröffentlichungen. Denn der abstrakte-morbide Stil passt perfekt zu der musikalischen Ausrichtung von The Fathomless Mastery.
Ohne Zweifel: BLOODBATH schicken mal wieder einen ganz heißen Anwärter für die Death Metal-CD des Jahres ins Rennen, auch wenn es vermutlich wieder mal keine Tour geben wird. Aufgrund der angesprochenen minimalen Schwächen reicht es diesmal allerdings nicht für 10, aber immerhin noch 9,5 Punkte. Qualitätsbewusste DM-Fans kommen jedenfalls endgültig an der Band nicht mehr vorbei.