Nun ja,
als dieser Silberling mir zum ersten Mal unter die Augen kam,
dachte ich nur (wie so wahrscheinlich viele von euch im ersten
Moment denken würden): ach du Scheiße, kein Booklet,
lediglich eine schlichte weiße C-DR Hülle (wie die
billig-Rohlinge im Müller Markt), die von einem aufwendigen
und auf „böse“ getrimmten Bandlogo geziert
wird. Dazu kommt der Umstand, dass es sich bei BLACK
WINTER um Griechen handelt und ich gerade mal die #132
handsignierte Promo CD in Händen halte.
Schlussfolgerung: böser old school Black Metal, der den
dämonischen Vorfahren der Hellenen gewidmet ist. IRRTUM!
Dies stellt sich sofort nach dem Intro heraus, denn dieses ist
doch sehr symphonisch-pathetisch gehalten, sozusagen als Vorbote
des kommenden Raffel-Sturms. Doch weit gefehlt! Das erste Riff
sprengt so ziemlich (wenn es eine geben würde) die Coolness-Skala
des Melodic Black Metals! Saugeile, melodische und lässig-perfekt
gespielte Leads, die von typischem 80er Heavy Metal Riffs und
Rhythmen untermalt werden. Hinzu kommen noch die getragenen
zweistimmigen rockigen Gitarrensolos, die irgendwie mit denen
von Metallica und Iron Maiden sympathisieren. Der Großteil
der 4 Kompositionen (ohne Intro) bewegt sich jedoch im Melodic
Black Metal Bereich, der hier technisch perfekt und mit hymnenhaften
Tremolo-Riffs, in einer sehr gelungen und durchaus fetten Produktion
eingebettet, dargeboten wird. Für diejenigen unter euch,
die jetzt meinen, dass Melodic Black Metal immer mit Keyboard-Orgien
verbunden sein muss, ist diese Scheibe der vier jungen Griechen
eine überzeugendes Gegenbeispiel.
Der einzige Schwachpunkt von Dismal Fields Of Nihilism
ist die Originalität. Sicherlich strahlt dieses Album absolutes
Metal Feeling aus, aber es fehlt der Wiedererkennungswert, denn
die Parallelen zu Dissection (nicht ganz so schnell und so technisch)
oder zu Amon Amarth sind nicht zu übersehen. Wenn man den
Sänger hört, so könnte man meinen, dass er mehrmals
als Gast im Proberaum von Mystic Circle anwesend war. Nichtsdestotrotz
auf alle Fälle ein hörenswertes Album (mit einem kleinen
Exotenbonus).