BLACK WINTER – Dismal Fields Of Nihilism

 
Label: Demo
Release: Januar 2004
Von: Svarrogh
Punkte: -/-
Time: 22:23
Stil: Melodic Heavy/Black Metal
URL: Black Winter
 

Nun ja, als dieser Silberling mir zum ersten Mal unter die Augen kam, dachte ich nur (wie so wahrscheinlich viele von euch im ersten Moment denken würden): ach du Scheiße, kein Booklet, lediglich eine schlichte weiße C-DR Hülle (wie die billig-Rohlinge im Müller Markt), die von einem aufwendigen und auf „böse“ getrimmten Bandlogo geziert wird. Dazu kommt der Umstand, dass es sich bei BLACK WINTER um Griechen handelt und ich gerade mal die #132 handsignierte Promo CD in Händen halte.
Schlussfolgerung: böser old school Black Metal, der den dämonischen Vorfahren der Hellenen gewidmet ist. IRRTUM!
Dies stellt sich sofort nach dem Intro heraus, denn dieses ist doch sehr symphonisch-pathetisch gehalten, sozusagen als Vorbote des kommenden Raffel-Sturms. Doch weit gefehlt! Das erste Riff sprengt so ziemlich (wenn es eine geben würde) die Coolness-Skala des Melodic Black Metals! Saugeile, melodische und lässig-perfekt gespielte Leads, die von typischem 80er Heavy Metal Riffs und Rhythmen untermalt werden. Hinzu kommen noch die getragenen zweistimmigen rockigen Gitarrensolos, die irgendwie mit denen von Metallica und Iron Maiden sympathisieren. Der Großteil der 4 Kompositionen (ohne Intro) bewegt sich jedoch im Melodic Black Metal Bereich, der hier technisch perfekt und mit hymnenhaften Tremolo-Riffs, in einer sehr gelungen und durchaus fetten Produktion eingebettet, dargeboten wird. Für diejenigen unter euch, die jetzt meinen, dass Melodic Black Metal immer mit Keyboard-Orgien verbunden sein muss, ist diese Scheibe der vier jungen Griechen eine überzeugendes Gegenbeispiel.
Der einzige Schwachpunkt von Dismal Fields Of Nihilism ist die Originalität. Sicherlich strahlt dieses Album absolutes Metal Feeling aus, aber es fehlt der Wiedererkennungswert, denn die Parallelen zu Dissection (nicht ganz so schnell und so technisch) oder zu Amon Amarth sind nicht zu übersehen. Wenn man den Sänger hört, so könnte man meinen, dass er mehrmals als Gast im Proberaum von Mystic Circle anwesend war. Nichtsdestotrotz auf alle Fälle ein hörenswertes Album (mit einem kleinen Exotenbonus).