Über
Calahan, eine der Bands unseres liebensgewürzigen Noiseterroristen
Brt, kam ich zu BLACKWAVES, da dessen Gitarist
Steve in beiden Bands in die Saiten greift. BLACKWAVES
wurde Ende 2004 von Steven, Synth & Soundhexer Frank und
Drummer Tommec initiiert und ist ein reines Instrumentalprojekt.
Das Demo enthält offiziell 4 Songs (auch wenn auf dem Cover
5 ausgewiesen sind; der letzte wurde wieder verworfen, als das
Cover schon fertig war) mit einer schon recht üppigen Spielzeit
und sehr guter Soundqualität.
Musikalisch gibt es mehr als deutliche Referenzen zum Neurosis/Neurot-Lager
(Isis, Red Sparrows etc.), dazu Anleihen aus dem Justin Broadrick
Repertoire und einen Schuss Psychedelic. BLACKWAVES
kreieren hier einen Soundtrack für die Apokalypse, schwer,
brachial, zerstörerisch, hypnotisierend, abgründig.
Das Demo lebt vor allem von Steves endlos tief gestimmter Gitarre
und dem klassischen endgeilen Neurosis-Riffing, begleitet von
den Drums. Die synthetischen Sounds klingen hingegen kaum durch.
Man muss sich schon sehr konzentrieren, um sie wahrzunehmen.
Das ist aber nicht wirklich tragisch, denn beim letzten Track
0112 FA hinterlässt eben dieser, hier etwas deutlicher
hervortretende Sound, ein schalen Geschmack, da er irgendwie
nicht recht ins musikalische Bild passen will. Für den
noisigen Soundhintergrund scheinen sie aber gut zu funktionieren.
Während der Opener 0110 01 ins klassische Neurosis-Bild
passt, starten 0111 1B und 0112 72 deutlich
rockiger, und mit eben jenem Schuss Psychedelic, fallen aber
im weiteren Verlauf wieder in die bekannte Schwere zurück
und reißen alles an Emotionen mit in die Tiefe. 0113
FA beginnt zunächst mit schönen cleanen Gitarrenklängen
aber endet auf dieselbe Weise.
Der BLACKWAVES Sound ist abwechslungsreich
genug, um auch live hervorragend zu funktionieren, ohne das
man den Gesang vermisst oder gelangweilt wird (hier kommt übrigens
ein von Tommec selbst zusammengeschnittener Insektenfilm als
Visualisierung auf großem Screen zum Einsatz), hat aber
auch genügend Schwere, um sich in seinen eigenen vier Wänden
seinen Depressionen hinzugeben.
Insgesamt also ein wunderbares Stück Musik, in das Neurosis
Fans auf jeden Fall mal reinhören sollten. BLACKWAVES
selbst dürfen gern noch ein bisschen mehr experimentieren,
um sich von den großen Vorbildern zu lösen und eine
eigene Identität aufzubauen.