BLACKWAVES – Demo 2005

 
Label: Demo
Release: September 2005
Von: Dajana
Punkte: -/-
Time: 32:31
Stil: Instrumental/Experimental
URL: Blackwaves
 
Über Calahan, eine der Bands unseres liebensgewürzigen Noiseterroristen Brt, kam ich zu BLACKWAVES, da dessen Gitarist Steve in beiden Bands in die Saiten greift. BLACKWAVES wurde Ende 2004 von Steven, Synth & Soundhexer Frank und Drummer Tommec initiiert und ist ein reines Instrumentalprojekt. Das Demo enthält offiziell 4 Songs (auch wenn auf dem Cover 5 ausgewiesen sind; der letzte wurde wieder verworfen, als das Cover schon fertig war) mit einer schon recht üppigen Spielzeit und sehr guter Soundqualität.
Musikalisch gibt es mehr als deutliche Referenzen zum Neurosis/Neurot-Lager (Isis, Red Sparrows etc.), dazu Anleihen aus dem Justin Broadrick Repertoire und einen Schuss Psychedelic. BLACKWAVES kreieren hier einen Soundtrack für die Apokalypse, schwer, brachial, zerstörerisch, hypnotisierend, abgründig. Das Demo lebt vor allem von Steves endlos tief gestimmter Gitarre und dem klassischen endgeilen Neurosis-Riffing, begleitet von den Drums. Die synthetischen Sounds klingen hingegen kaum durch. Man muss sich schon sehr konzentrieren, um sie wahrzunehmen. Das ist aber nicht wirklich tragisch, denn beim letzten Track 0112 FA hinterlässt eben dieser, hier etwas deutlicher hervortretende Sound, ein schalen Geschmack, da er irgendwie nicht recht ins musikalische Bild passen will. Für den noisigen Soundhintergrund scheinen sie aber gut zu funktionieren.
Während der Opener 0110 01 ins klassische Neurosis-Bild passt, starten 0111 1B und 0112 72 deutlich rockiger, und mit eben jenem Schuss Psychedelic, fallen aber im weiteren Verlauf wieder in die bekannte Schwere zurück und reißen alles an Emotionen mit in die Tiefe. 0113 FA beginnt zunächst mit schönen cleanen Gitarrenklängen aber endet auf dieselbe Weise.
Der BLACKWAVES Sound ist abwechslungsreich genug, um auch live hervorragend zu funktionieren, ohne das man den Gesang vermisst oder gelangweilt wird (hier kommt übrigens ein von Tommec selbst zusammengeschnittener Insektenfilm als Visualisierung auf großem Screen zum Einsatz), hat aber auch genügend Schwere, um sich in seinen eigenen vier Wänden seinen Depressionen hinzugeben.
Insgesamt also ein wunderbares Stück Musik, in das Neurosis Fans auf jeden Fall mal reinhören sollten. BLACKWAVES selbst dürfen gern noch ein bisschen mehr experimentieren, um sich von den großen Vorbildern zu lösen und eine eigene Identität aufzubauen.