BLACK SUN – Di Fersi Morendo Eterni / Its Creeping Rage

 
Label: Demos
Release: September 2004
Von: Daniel
Punkte: -/-
Time: 20:44 / 20:25
Stil: Electro
URL: Black Sun
 

Ich muss ja zugeben, dass ich eine kleine Schwäche für Musik aus Italien habe, vorzugsweise von der Wavelegende Kirlian Camera sowie von den in den percussiv orientierten Neofolk/Military einzuordnenden Camerata Mediolanense. So habe ich mich voller freudiger Erwartung auf die beiden kleinen CD-R’s der Römer BLACK SUN gestürzt, um meinem Drang nach neuer Musik aus dem Land jenseits der Alpen nachzukommen.
Stilistisch fabriziert die bereits im Jahre 1994 von Luca Basili gegründete Formation einen etwas eigenwilligen Mix aus schnellem, monotonen und bass-drum-orientierten Darkelectro und manchmal eher in die atmosphärischere Richtung gehenden Elementen, die im Midtempobereich anzusiedeln sind. Dieser musikalische Mischmasch wird durch männlichen wie weiblichen (Sprech-)Gesang unterstützt, wobei gerade bei der weiblichen Stimme der für Kirlian Camera so charakteristische italienische Akzent glücklicherweise deutlich zum Tragen kommt und somit der Musik BLACK SUN’s einen besonderen, manchmal morbiden Charme verleiht.
Die beiden CD-R’s stehen am Ende einer längeren Liste von Demoveröffentlichungen und beinhalten Songs, die zwischen 2003 und 2004 entstanden sind. Ich kann nicht sagen, dass eine der beiden Scheiben besser ist, denn beide haben ihre Stärken und Schwächen. Hängen geblieben sind bei mir die eher langsameren Stücke wie Nothing, die The Mission Coverversion Heaven Send You oder The Bleed. Die schnelleren Songs sind oftmals phasenweise sehr monoton und bewusst technoid gehalten, was im Zusammenhang mit der nicht so optimalen Produktion (vor allem bei der Di Fersi Morendo Eterni) einen dumpfen und ermüdenden Sound ergibt und eher bemüht aber nicht wirklich mitreißend rüberkommt: Da hämmert die Bassdrum oftmals einsam und verloren. Auch ist das Songwriting häufig nicht sonderlich ausgereift und die Klangstrukturen meines Erachtens häufig sehr minimalistisch, wobei Letzteres natürlich auch als bewusst eingesetztes Stilmittel zu interpretieren ist.
Alles in allem kann ich für die beiden Scheiben keine allgemeine, uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen, aber Fans von (italienischem) Electro mit etwas eigenwilligem Charme sollten ruhig ein Ohr riskieren.