Schade!
Hatte ich mir damals beim Debut My Darkness
noch Großes von dem Finnischen Quintett erwartet, so enttäuschen
sie mich mit ihrem Zweitwerk 4:17am
doch deutlich. Zwar ist stilistisch alles beim alten geblieben
- sprich Dark Metal mit Katatonia- und Sentenced-Einflüssen
- doch irgendwie will der Funken diesmal nicht mehr so richtig
überspringen. Während My Darkness
noch mit hymnenhaften und tollen Refrains aufwarten konnte, so
hält sich 4:17am in dieser Hinsicht
ziemlich zurück, ja es plätschert eigentlich nur am
Hörer vorbei. Einzig und allein der geniale Opener Heaven
vermag mich restlos zu begeistern und wäre genau das gewesen,
was ich mir auf 4:17am erwartet hätte.
Samael (besonders wegen der Vorph-ähnlichen Growls) meets
Amorphis, mit einfachem aber eindringlichem Refrain und einer
gewissen Katatonia-ähnlichen Atmosphäre... Doch genau
das beginne ich im Laufe des Albums immer mehr zu vermissen. Der
Funken will nicht mehr so richtig überspringen, sei es, weil
die Songs diesmal ein wenig monotoner und vorhersehbarer ausgefallen
sind oder weil einfach nicht mehr diese Energie vorhanden ist,
die am Vorgänger deutlich zu spüren war - ich weiß
es nicht. Umgekehrt bemüht sich das Quintett diesmal aber
eindeutig mehr um Abwechslung, was man bei Songs wie Crush
oder Into You merkt. Dies kann jedoch nicht über
die Schwächen im Songwriting hinwegtäuschen.
Vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch, doch
BEFORE THE DAWN hätten prinzipiell ihren
Stil gefunden, den sie mit etwas besseren Riffs noch aufwerten
hätten können. 4:17am ist
nichtsdestotrotz ein hörenswertes Album auf überdurchschnittlichem
Niveau. Fans der oben genannten Bands sollten in jedem Fall ein
Ohr riskieren! Ich hätte aber irgendwie mit mehr gerechnet...
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