Merkwürdig
verhalten kommt BEARDFISH’s drittes rüber...
kennt man sonst das auch mal Gas-gebende Moment einiger Prog-Rock/Metal
Band, muss man hier den Faktor "Rock" fasst ignorieren.
Die genannten Vergleiche wie frühe King Crimson oder Genesis
mögen passen, doch zumindest King Crimson haben wesentlich
mehr "gerockt"... aber das soll jetzt nicht in eine
negative Kritik ausarten.
BEARDFISH bieten ein warmes Klangbild mit leicht
folkigen und poppigen Elementen, mit viel Liebe zum Detail und
einer Ausrichtung, die mich manchmal an eine jazzige Version
von ruhigeren Deep Purple oder Uriah Heep (mag an der Orgel
liegen) oder an der letztendlich aber nicht bis ins Finale ausgearbeiteten
Dramatik an Pink Floyd erinnern. Einige Momente weisen auf latente
Vorlieben für ruhigen und folkigen Indie-Pop der Marke
Alfie.
Also ein weites Feld wird hier beackert, Abwechslungsreichtum,
ausgefeilte (man möge spotten über den Teufel im Detail)
Melodien und variables Songwriting werden GROSS geschrieben,
dazu ein Sänger, der die Musik perfekt in seinem sehr cleanen
retro-haften Gesang ergänzt.
Womit wir aber auch direkt beim Manko dieser Platte wären,
weder Musik noch Sänger geben zum richtigen Moment mal
richtig Gas, es fehlt an Dramatik, an auch mal richtig "Laut",
dementsprechend fällt es mir schwer einen Song hervorzuheben,
ich will jetzt aber nicht von plätschern reden, dazu ist
die Musik viel zu interessant und vielschichtig arrangiert.
Dafür bin ich mir sicher, das die richtigen Kräuter
an der richtigen Stelle geraucht, einen wunderbaren Effekt erzielen.
Weitere Referenzen für heutige Prog-Jünger mögen
aktuelle Bands wie Paatos oder Anektoden sein, um hier mal das
beliebte Name-Dropping einfliessen zu lassen. 8 Punkte.