BASEMENT – Circle Of Pain

 
Label: Eigenproduktion
Release: 29.04.2006
Von: Joking
Punkte: 7/10
Time: 54:55
Stil: Progressive Melodic Rock
URL: Basement
 
Das die österreichische Band BASEMENT ihren Ursprung im Funk-Rock hat, ist beim vorliegenden Circle Of Pain nicht mehr wahrnehmbar. Funkige Rhythmen sind weit entfernt, hier herrscht getragener Metal im Verbund mit der melodiösen Variante des Progressive-Rocks. Ist auch kein Wunder, findet sich doch an den Drums Karl Novotny, sowie an den Keyboards seine Tochter Conny. Novotny war in den Siebzigern Mitglied von Kyrie Eleison (deren "The Fountain Beyond The Sunrise" ein kleiner Klassiker ist), neben Eela Craig vermutlich das Größte, was unser Nachbarland dem progressiven, krautrockigen Wirken in jenen wilden Jahren beizusteuern hatte. Doch BASEMENT sind wesentlich straighter als die symphonischen Kyrie Eleison. Die Band erinnert eher an die Phase Eloy's Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger als schlichter, härterer Rock die ausladenden progressiven Teile verdrängte. Wobei Bernhard “Bernie“ Scholz ein wesentlich besserer Sänger ist, als es Frank Bornemann je sein wird. Scholz hat zwar auch eine Neigung zur harten Akzentuierung der englischen Texte, aber das gibt dem Album ein gewisses, sympathisches Krautrock-Flair. Hier wird nicht mit einem Sprachcoach gearbeitet; hier klingen die Keyboards noch warm und nicht so aseptisch wie auf vielen neueren Alben in der Schnittmenge zwischen Melodic- und Progressive-Rock. Der spürbare Enthusiasmus, der hinter den Aufnahmen steckt, verleiht Circle Of Pain eine charmante Note, bildet geradezu einen Brückenschlag zwischen den (vorgeblich) lauschigen Siebzigern und dem härteren Heute.
Doch es tun sich auch Fallen auf: Zum einen sind die Lieder zu gleichförmig, die wirklichen Höhepunkte sind an einer Hand abzählbar, zum anderen rettet Scholz die mitunter sperrigen Lyrics nur mit hörbarer Kraftanstrengung über die Ziellinie. Mal wieder das altbekannte Fazit: Nichts, wirklich nichts, ist neu oder auch nur innovativ an der vorgetragenen Musik. Aber: es schmerzt auch nichts, oder ist zu peinlich, um durchgehört zu werden. Ein gefälliges Album, das in unaufgeregten Mußestunden seinen wohlverdienten Einsatz finden kann. Komplett überflüssig für musikalische Abenteurer und Hörer, die aus artifiziellen Extravaganzen ihre Kicks ziehen.

PS.: Wie so oft beschwören Bands und vor allem Rezensenten Dream Theater und Symphnony X in die unmittelbare Nachbarschaft. Stimmt nicht, denn beide Gruppen, vor allem aber Dream Theater gehen wesentlich vertrackter und kälter zu Werke. Wenn, dann sind Shadow Gallery, Soul Cages, und ganz dick und fett Lucifers Friend, Eloy und diese eine Band, die mir gerade nicht einfällt, ganz vorne mit dabei. Und nicht vergessen: Nicht immer ist schlicht gleich schlecht…