Das
die österreichische Band BASEMENT ihren
Ursprung im Funk-Rock hat, ist beim vorliegenden Circle
Of Pain nicht mehr wahrnehmbar. Funkige Rhythmen
sind weit entfernt, hier herrscht getragener Metal im Verbund
mit der melodiösen Variante des Progressive-Rocks. Ist
auch kein Wunder, findet sich doch an den Drums Karl Novotny,
sowie an den Keyboards seine Tochter Conny. Novotny war in den
Siebzigern Mitglied von Kyrie Eleison (deren "The Fountain
Beyond The Sunrise" ein kleiner Klassiker ist), neben Eela
Craig vermutlich das Größte, was unser Nachbarland
dem progressiven, krautrockigen Wirken in jenen wilden Jahren
beizusteuern hatte. Doch BASEMENT sind wesentlich
straighter als die symphonischen Kyrie Eleison. Die Band erinnert
eher an die Phase Eloy's Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger
als schlichter, härterer Rock die ausladenden progressiven
Teile verdrängte. Wobei Bernhard “Bernie“ Scholz
ein wesentlich besserer Sänger ist, als es Frank Bornemann
je sein wird. Scholz hat zwar auch eine Neigung zur harten Akzentuierung
der englischen Texte, aber das gibt dem Album ein gewisses,
sympathisches Krautrock-Flair. Hier wird nicht mit einem Sprachcoach
gearbeitet; hier klingen die Keyboards noch warm und nicht so
aseptisch wie auf vielen neueren Alben in der Schnittmenge zwischen
Melodic- und Progressive-Rock. Der spürbare Enthusiasmus,
der hinter den Aufnahmen steckt, verleiht Circle
Of Pain eine charmante Note, bildet geradezu einen
Brückenschlag zwischen den (vorgeblich) lauschigen Siebzigern
und dem härteren Heute.
Doch es tun sich auch Fallen auf: Zum einen sind die Lieder
zu gleichförmig, die wirklichen Höhepunkte sind an
einer Hand abzählbar, zum anderen rettet Scholz die mitunter
sperrigen Lyrics nur mit hörbarer Kraftanstrengung über
die Ziellinie. Mal wieder das altbekannte Fazit: Nichts, wirklich
nichts, ist neu oder auch nur innovativ an der vorgetragenen
Musik. Aber: es schmerzt auch nichts, oder ist zu peinlich,
um durchgehört zu werden. Ein gefälliges Album, das
in unaufgeregten Mußestunden seinen wohlverdienten Einsatz
finden kann. Komplett überflüssig für musikalische
Abenteurer und Hörer, die aus artifiziellen Extravaganzen
ihre Kicks ziehen.
PS.: Wie so oft
beschwören Bands und vor allem Rezensenten Dream Theater
und Symphnony X in die unmittelbare Nachbarschaft. Stimmt
nicht, denn beide Gruppen, vor allem aber Dream Theater gehen
wesentlich vertrackter und kälter zu Werke. Wenn, dann
sind Shadow Gallery, Soul Cages, und ganz dick und fett Lucifers
Friend, Eloy und diese eine Band, die mir gerade nicht einfällt,
ganz vorne mit dabei. Und nicht vergessen: Nicht immer ist
schlicht gleich schlecht…
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