BARTHOLOMEUS NIGHT – Theosophia Pneumatica

 
Label: Eigenproduktion
Release: November 2004
Von: Psycho
Punkte: 6,5/10
Time: 50:03
Stil: Black Metal
URL: Bartholomeus Night
 

Einen etwas zwiespältigen Eindruck macht auf mich die erste CD der israelischen Band BARTHOLOMEUS NIGHT. Denn auf der einen Seite bemüht man sich hörbar um Originalität, Brutalität und eine morbide Atmosphäre, auf der anderen Seite schleichen sich aber immer noch zu viele Szene-Klischees in das Riffing und die Struktur der Songs ein, als das man bereits von einer rundherum gelungenen Sache sprechen könnte.
So ist z.B. der Opener Theosophia Pneumatica – Vengeance Of The I... mit den vielen Breaks und (teilweise akustischen) Zwischenteilen schon sehr abwechslungsreich ausgefallen, allerdings vermisse zumindest ich auch wenig den roten Faden, der das ganze Stück richtig zusammen halten würde. Da gefallen mir Tracks wie Circle Of Life, Adon Halehavoth (auf dem Cover in hebräischen Buchstaben angegeben), Failure Denied oder das etwas nach Dimmu Borgir klingende H.A.T.E. doch deutlich besser, bei denen insgesamt gesehen vielleicht nicht so viele Blast-Beats verwurschelt werden, die aber einen wesentlich durchdachteren Eindruck machen und die sehr dunkle Atmosphäre durch den Einsatz auch mal eher schräger Riffs (die mehr nach Morbid Angel o.ä. als nach Black Metal klingen) oder soundtrackartiger Einsprengsel konstant aufrecht erhalten können.
Negativ fallen hingegen die teilweise eher nach Mono-Handyton klingenden Keyboards (besonders nervig bei Kingdom Of The Hallowed Souls) und leider auch der Gesang auf, der für meinen Geschmack auf die Dauer einfach zu eintönig ist. Aufgenommen wurde Theosophia Pneumatica in den polnischen Selani-Studios, von denen man allerdings schon bessere Arbeiten gehört hat. Für eine Black Metal-Produktion ist das aber noch ganz ok, viele Fans mögen es ja, wenn das Klangbild nicht ganz den konventionellen Hörgewohnheiten entspricht...
Trotzdem machen BARTHOLOMEUS NIGHT alles in allem einen recht professionellen Eindruck auf mich; und genügend Potential für ein etwas eigenständigeres Songwriting oder das Abstellen der sonstigen erwähnten Mängel ist hier in jedem Fall vorhanden. Für dieses Mal müssen sich die fünf Israelis (die sich übrigens nur aufgrund ihrer Herkunft auch bereits an einigen höchst „intelligenten“ Einträgen in ihrem Gästebuch erfreuen dürfen) daher noch mit 6,5 Punkten begnügen, aber für die Zukunft ist da das Ende der Fahnenstange bestimmt noch nicht erreicht.