Einen etwas
zwiespältigen Eindruck macht auf mich die erste CD der
israelischen Band BARTHOLOMEUS NIGHT. Denn
auf der einen Seite bemüht man sich hörbar um Originalität,
Brutalität und eine morbide Atmosphäre, auf der anderen
Seite schleichen sich aber immer noch zu viele Szene-Klischees
in das Riffing und die Struktur der Songs ein, als das man bereits
von einer rundherum gelungenen Sache sprechen könnte.
So ist z.B. der Opener Theosophia Pneumatica – Vengeance
Of The I... mit den vielen Breaks und (teilweise akustischen)
Zwischenteilen schon sehr abwechslungsreich ausgefallen, allerdings
vermisse zumindest ich auch wenig den roten Faden, der das ganze
Stück richtig zusammen halten würde. Da gefallen mir
Tracks wie Circle Of Life, Adon Halehavoth
(auf dem Cover in hebräischen Buchstaben angegeben), Failure
Denied oder das etwas nach Dimmu Borgir klingende H.A.T.E.
doch deutlich besser, bei denen insgesamt gesehen vielleicht
nicht so viele Blast-Beats verwurschelt werden, die aber einen
wesentlich durchdachteren Eindruck machen und die sehr dunkle
Atmosphäre durch den Einsatz auch mal eher schräger
Riffs (die mehr nach Morbid Angel o.ä. als nach Black Metal
klingen) oder soundtrackartiger Einsprengsel konstant aufrecht
erhalten können.
Negativ fallen hingegen die teilweise eher nach Mono-Handyton
klingenden Keyboards (besonders nervig bei Kingdom Of The
Hallowed Souls) und leider auch der Gesang auf, der für
meinen Geschmack auf die Dauer einfach zu eintönig ist.
Aufgenommen wurde Theosophia Pneumatica
in den polnischen Selani-Studios, von denen man allerdings schon
bessere Arbeiten gehört hat. Für eine Black Metal-Produktion
ist das aber noch ganz ok, viele Fans mögen es ja, wenn
das Klangbild nicht ganz den konventionellen Hörgewohnheiten
entspricht...
Trotzdem machen BARTHOLOMEUS NIGHT alles in
allem einen recht professionellen Eindruck auf mich; und genügend
Potential für ein etwas eigenständigeres Songwriting
oder das Abstellen der sonstigen erwähnten Mängel
ist hier in jedem Fall vorhanden. Für dieses Mal müssen
sich die fünf Israelis (die sich übrigens nur aufgrund
ihrer Herkunft auch bereits an einigen höchst „intelligenten“
Einträgen in ihrem Gästebuch erfreuen dürfen)
daher noch mit 6,5 Punkten begnügen, aber für die
Zukunft ist da das Ende der Fahnenstange bestimmt noch nicht
erreicht.