Die japanischen
Misfits Jünger BALZAC polarisieren, insbesondere
in Europa. Und das wird sich mit Came Out Of The
Grave kaum ändern. Was dem einen als würdiger
und legitimierter Nachwuchs der amerikanischen Punklegende Freude
macht (nämlich insbesondere Amerikanern und Japanern),
bringt den europäischen Misfits Fan zum verzweifeln! Das
Japaner für gewöhnlich an Ausgeflipptheit kaum zu
überbieten sind, ist nicht neu; und das – wenn sie
einmal’nen Narren an etwas gefressen haben, das „Opfer“
mit Haut und Haaren „absorbieren“, auch nicht. Ob
BALZAC nur Klon oder eine kultige Hommage an
ihre Idolen sind, bleibt jedem selbst überlassen. Der Grat
ist schmal - zugegeben. Verglichen zum Vorgänger Out
Of The Light Of The 13 Dark Night gibt es nichts
Neues, auch insgesamt ist Innovation eher ein Fremdwort, ist
bei einer Punkband aber auch nicht anders zu erwarten. Came
Out Of The Grave hat ein Plus an woooh oohoohooo
Chören was schon mal nervt und ist stellenweise fast schon
poppig zu nennen (Season Of The Dead). Dennoch gibt
es ein paar geile Nummern wie Zetsubou no ano Basho,
den obligatorischen Industrialkracher namens Beyond Evil
308 oder das noisige und sehr metallische Shi wo yubi
sasu.
Zu den 13 regulären Songs gibt es 5 Bonustracks, außerdem
gibt es Came Out Of The Grave in typischer
BALZAC Manier in verschieden Versionen (10“
KlappLP, Special Box, normale CD, Singles, und eine limitierte
Auflage mit Sammelkarten oder so).
Came Out Of The Grave macht Laune,
ist aber sicherlich kein Überflieger und kann an ältere
Sachen nicht heranreichen. Doch dank massiver Werbekampagne
werden sie wohl nun bald auch in unseren Breitengraden bekannter
sein. Live sollte man BALZAC allerdings auf
keinen Fall verpassen!!! ;)