ASGAIA – In Carni Veritas

 
Label: Eigenproduktion
Release: Oktober 2006
Von: Stormlord
Punkte: 9/10
Time: 49:49
Stil: Dark Metal
URL: Asgaia
 
Aus der Asche der Death Metal Band Damnation erhoben sich 1995 ASGAIA, um fortan dynamischen, dunklen und kraftvollen Düstermetall zu spielen. Der lateinische Titel ist wohl angelehnt an das geflügelte Wort In Vino Veritas, nur dass bei vorliegendem Album die Wahrheit im Fleisch zu suchen/finden ist.
ASGAIA verbreiten eine wirklich düstere Atmosphäre, was zu einem großen Teil an der grollenden Stimme von Thomas liegt, der seine Stimmbänder ähnlich wie Fernando Ribeiro (Moonspell) erzittern lässt. Die zusätzlichen klaren Vocals geben der stimmlichen Darbietung erhebliche Variabilität, so richtig eindringlich wird es, wenn choralartige Refrains zum Einsatz gebracht werden (wie im fantastischen Obscuring). Wütend herausgeschrieene Eruptionen, schwelgerische Melodien und entspannte Elemente halten sich gegenseitig die Waage. Für Spannung ist also gesorgt - und wenn ASGAIA auch Vorbilder wie Moonspell oder Paradise Lost durchscheinen lassen, so tun sie das mit solcher Hingabe, dass man ihnen daraus keinen Strick drehen will. Als interessant und dem Spannungsaufbau zuträglich erweist sich das Zwischenspiel QQQ, das als Ruhepol dient. Mit einem wunderbaren Beginn wurde Enslavery ausgestattet – im weiteren Verlauf klingen ASGAIA wie eine wütende Version von Crematory. Auch hier brennt sich der Refrain in der Kleinhirnrinde fest.
Bei der Auswahl der Coverversion beweisen ASGAIA auch ein glückliches Händchen: In The Dutch Mountains, im großartigen Original von The Nits, wird in ein agil dahinrollendes Groovemonster verwandelt. So ziehen mich ASGAIA immer mehr auf ihre Seite. Das ändert sich auch mit den anderen Liedern nicht, die pumpenden Rhythmen und der sehr ansprechende Gesang sind dabei die größten Pluspunkte. Die Band beherrscht schnellere Nummern aber genauso, man höre als Beispiel nur The End, das die aggressive, doch gleichzeitig stets melodische Seite, in den Vordergrund stellt. Überraschenderweise kredenzen uns ASGAIA gegen Ende noch ein knapp 6 Minuten dauerndes Instrumentalstück namens Children, das ohne Gesang problemlos bestehen kann und eine gute Figur macht.
So zaubert die Band so manch unvorhersehbares Detail aus dem Ärmel und das lässt die musikalische Nahrung zu einem Festessen werden. Zum Schluss packen ASGAIA mit Masculinity eine recht lange Komposition aus, die Doublebass, ins Ohr gehende Refrains und tolle Leadmelodien bereithält. Da auch der Klang von In Carni Veritas für eine Eigenproduktion sehr gut und klar ausgefallen ist, gibt es hier auch keine Abzüge in der B-Note. In Carni Veritas kann ohne schädliche Effekte genossen werden, mögliche positive Nebenwirkung: Abhängigkeit!