Aus
der Asche der Death Metal Band Damnation erhoben sich 1995 ASGAIA,
um fortan dynamischen, dunklen und kraftvollen Düstermetall
zu spielen. Der lateinische Titel ist wohl angelehnt an das
geflügelte Wort In Vino Veritas, nur dass bei vorliegendem
Album die Wahrheit im Fleisch zu suchen/finden ist.
ASGAIA verbreiten eine wirklich düstere
Atmosphäre, was zu einem großen Teil an der grollenden
Stimme von Thomas liegt, der seine Stimmbänder ähnlich
wie Fernando Ribeiro (Moonspell) erzittern lässt. Die zusätzlichen
klaren Vocals geben der stimmlichen Darbietung erhebliche Variabilität,
so richtig eindringlich wird es, wenn choralartige Refrains
zum Einsatz gebracht werden (wie im fantastischen Obscuring).
Wütend herausgeschrieene Eruptionen, schwelgerische Melodien
und entspannte Elemente halten sich gegenseitig die Waage. Für
Spannung ist also gesorgt - und wenn ASGAIA
auch Vorbilder wie Moonspell oder Paradise Lost durchscheinen
lassen, so tun sie das mit solcher Hingabe, dass man ihnen daraus
keinen Strick drehen will. Als interessant und dem Spannungsaufbau
zuträglich erweist sich das Zwischenspiel QQQ,
das als Ruhepol dient. Mit einem wunderbaren Beginn wurde Enslavery
ausgestattet – im weiteren Verlauf klingen ASGAIA
wie eine wütende Version von Crematory. Auch hier brennt
sich der Refrain in der Kleinhirnrinde fest.
Bei der Auswahl der Coverversion beweisen ASGAIA
auch ein glückliches Händchen: In The Dutch Mountains,
im großartigen Original von The Nits, wird in ein agil
dahinrollendes Groovemonster verwandelt. So ziehen mich ASGAIA
immer mehr auf ihre Seite. Das ändert sich auch mit den
anderen Liedern nicht, die pumpenden Rhythmen und der sehr ansprechende
Gesang sind dabei die größten Pluspunkte. Die Band
beherrscht schnellere Nummern aber genauso, man höre als
Beispiel nur The End, das die aggressive, doch gleichzeitig
stets melodische Seite, in den Vordergrund stellt. Überraschenderweise
kredenzen uns ASGAIA gegen Ende noch ein knapp
6 Minuten dauerndes Instrumentalstück namens Children,
das ohne Gesang problemlos bestehen kann und eine gute Figur
macht.
So zaubert die Band so manch unvorhersehbares Detail aus dem
Ärmel und das lässt die musikalische Nahrung zu einem
Festessen werden. Zum Schluss packen ASGAIA
mit Masculinity eine recht lange Komposition aus, die
Doublebass, ins Ohr gehende Refrains und tolle Leadmelodien
bereithält. Da auch der Klang von In Carni
Veritas für eine Eigenproduktion sehr gut
und klar ausgefallen ist, gibt es hier auch keine Abzüge
in der B-Note. In Carni Veritas kann
ohne schädliche Effekte genossen werden, mögliche
positive Nebenwirkung: Abhängigkeit!