ARAFEL – The Second Strike: Through The Flame Of The Ages

 
Label: SBG/Twilight
Release: 16.12.2005
Von: Stormlord
Punkte: 8.5/10
Time: 41:22
Stil: Black/Folk Metal
URL: Arafel
 
Schon das auf der Akustikgitarre gezupfte Einleitungs- und Einstimmungsstück The Rise lässt mich aufhorchen, ist es doch schon wirklich richtungweisend für das passend betitelte zweite Album der israelischen Künstler ARAFEL.
Das Tempo ist über weite Strecken recht hoch, doch im Hintergrund spannen sich feine Melodiebögen, die durch die Verwendung eine Violine den Folk-Anteil einbringen. Die Kompositionsweise erinnert an die russische Band Tvangeste und nicht ganz überraschend hatte auch deren Sänger Miron seine Hände als Gastsänger im Spiel. Die Gitarren sind aber auch allgegenwärtig und so entsteht eine geniale Mischung aus treibender Gitarrenkraft und tanzbaren Folkrhythmen, die zu begeistern weiß. Im Herzstück The Saga Of The Vengeance spielen ARAFEL ihre ganze Klasse aus. In elf Minuten haben sehr viele Details Platz und so wird dieses überlange Stück niemals langweilig, sondern lädt auf eine Entdeckungsfahrt ein, die jedes Mal wieder neue Schätze zu Tage fördert. Konzentriertes Zuhören ist hier gefragt, als Hintergrundberieselung würde ich The Second Strike nicht empfehlen, das würde der detailverliebten Musik auch nicht gerecht werden. Die Musik zeigt sich als vielschichtiges und komplexes Konstrukt und kann schon mal den einen oder anderen Knoten im Gehörgang verursachen. Eine Geigenmelodie oder ein akustisches Zwischenspiel lösen die gespannte und komplizierte Angelegenheit aber wieder in Wohlgefallen auf. Dennoch verliert die Band hin und wieder den roten Songwriting-Faden und mutet ein bisschen konfus an. Auch das Keyboard hat seinen Platz in der musikalischen Welt von ARAFEL, es wird virtuos als Melodie führendes Element oder zur atmosphärischen Untermalung eingesetzt.
So bleiben am Schluss sehr viele positive Eindrücke im Gedächtnis, viele angenehme Folkmelodien, Gitarrepower und gut variierte Geschwindigkeit; dem einen oder anderen Hörer dürfte die vieldimensionale Herangehensweise aber schwer im Magen liegen, es ist ein gewisses Maß an Geduld notwendig, um The Second Strike: Through The Flame Of The Ages erfassen und genießen zu können. Lohnenswert ist es bestimmt!