Ganze vier
Jahre ist es schon her, dass AETERNITAS ihr
Debüt Album Requiem herausgebracht
haben, und eigentlich hatte ich zwischenzeitlich geglaubt, dass
es die Band schon gar nicht mehr gibt. Seinerzeit war ich von
dieser CD ziemlich angetan, verband man doch erfreulich eigenständig
brachialen Metal und klassische Elemente, zudem machte die Truppe
damals einen sehr bodenständigen Eindruck.
Inzwischen muss sich im Lager der Lübecker einiges getan
haben, denn nun stellt man eigentlich überhaupt keine Parallelen
zwischen dem alten Album und La Danse Macabre
fest. Das fängt schon bei den Bandphotos an, die mich in
unangenehmer Weise an „Bands“ wie Umbra et Imago
oder Atrocity erinnern, wo sich hinter der aufwändigen
Verpackung zumeist auch nur verquerer Durchschnitt (oder gar
schlechteres) verbirgt. Aber gut, entscheidend sollte immer
noch die Musik sein...
In dieser Hinsicht hat sich auch eine ganze Menge getan: die
ehemaligen Death Metal-Elemente wurden fast komplett über
Bord geworfen, ebenso größtenteils der lateinische
Gesang, statt dessen bedient man sich jetzt meistens der deutschen
Sprache. Dafür wurde der Keyboard-Anteil deutlich erhöht
und das ganze Songwriting umgestellt. Statt opulent ausufernder
Gothic Metal-Kompositionen finden sich jetzt wesentlich mehr
massenkompatibel designte Stücke, die aber immer wieder
mit Opern-ähnlichen Arrangements durchzogen sind. Auffallend
die insgesamt betrachtet sehr simpel gehaltenen Gitarren; im
Gegensatz dazu finden sich aber wiederum sehr aufwändige
Gesangspassagen und viele Chöre sowie pittoresk verzierte
Piano- und Keyboard-Melodien. Der Gesang selber ist meistens
klar und tief (männlich) oder divenhaft im Arienstil (weiblich),
klingt aber für meinen Geschmack an vielen Stellen geradezu
unglaublich aufgesetzt, vor allem bei den männlichen Passagen.
Gut, das liegt natürlich auch am Gesamtkonzept von La
Danse Macabre, handelt es sich doch textlich um
die Vertonung der im Mittelalter weit verbreiteten Totentänze.
Musikalisch findet sich aber darin keine Entsprechung, und Stücke
wie Jurist, Krüppel oder König
könnte man fast schon poppig nennen. Auf der anderen Seite
finden sich aber sehr abwechslungsreiche und gelungene Stücke
wie z.B. Pabst, Der zweite Prediger oder Mutter
& Kind.
Persönlich gesehen empfinde ich die CD jedoch auf Dauer
als ziemlich anstrengend zu hören, was, wie weiter oben
schon angedeutet, hauptsächlich am Gesang und den mir an
vielen Stellen einfach zu bonbonfarbenen Keyboards liegt. Ohne
Frage ein ambitioniertes Werk, aber irgendwie vermag es mich
einfach nicht zu packen. Laut Info planen AETERNITAS
bei Live-Auftritten, die Texte mittels theatralischer Mittel
optisch umzusetzen. Das könnte ich mir wiederum sehr interessant
vorstellen, für den rein akustischen Eindruck gibt es aber
erst mal nur 6,5 Punkte.