AETERNITAS – La Danse Macabre
 
Label: Armageddon Music
Release: 05.07.2004
Von: Psycho
Punkte: 6,5
Time: 58:29
Stil: Gothic Metal
URL: Aeternitas
 

Ganze vier Jahre ist es schon her, dass AETERNITAS ihr Debüt Album Requiem herausgebracht haben, und eigentlich hatte ich zwischenzeitlich geglaubt, dass es die Band schon gar nicht mehr gibt. Seinerzeit war ich von dieser CD ziemlich angetan, verband man doch erfreulich eigenständig brachialen Metal und klassische Elemente, zudem machte die Truppe damals einen sehr bodenständigen Eindruck.
Inzwischen muss sich im Lager der Lübecker einiges getan haben, denn nun stellt man eigentlich überhaupt keine Parallelen zwischen dem alten Album und La Danse Macabre fest. Das fängt schon bei den Bandphotos an, die mich in unangenehmer Weise an „Bands“ wie Umbra et Imago oder Atrocity erinnern, wo sich hinter der aufwändigen Verpackung zumeist auch nur verquerer Durchschnitt (oder gar schlechteres) verbirgt. Aber gut, entscheidend sollte immer noch die Musik sein...
In dieser Hinsicht hat sich auch eine ganze Menge getan: die ehemaligen Death Metal-Elemente wurden fast komplett über Bord geworfen, ebenso größtenteils der lateinische Gesang, statt dessen bedient man sich jetzt meistens der deutschen Sprache. Dafür wurde der Keyboard-Anteil deutlich erhöht und das ganze Songwriting umgestellt. Statt opulent ausufernder Gothic Metal-Kompositionen finden sich jetzt wesentlich mehr massenkompatibel designte Stücke, die aber immer wieder mit Opern-ähnlichen Arrangements durchzogen sind. Auffallend die insgesamt betrachtet sehr simpel gehaltenen Gitarren; im Gegensatz dazu finden sich aber wiederum sehr aufwändige Gesangspassagen und viele Chöre sowie pittoresk verzierte Piano- und Keyboard-Melodien. Der Gesang selber ist meistens klar und tief (männlich) oder divenhaft im Arienstil (weiblich), klingt aber für meinen Geschmack an vielen Stellen geradezu unglaublich aufgesetzt, vor allem bei den männlichen Passagen.
Gut, das liegt natürlich auch am Gesamtkonzept von La Danse Macabre, handelt es sich doch textlich um die Vertonung der im Mittelalter weit verbreiteten Totentänze. Musikalisch findet sich aber darin keine Entsprechung, und Stücke wie Jurist, Krüppel oder König könnte man fast schon poppig nennen. Auf der anderen Seite finden sich aber sehr abwechslungsreiche und gelungene Stücke wie z.B. Pabst, Der zweite Prediger oder Mutter & Kind.
Persönlich gesehen empfinde ich die CD jedoch auf Dauer als ziemlich anstrengend zu hören, was, wie weiter oben schon angedeutet, hauptsächlich am Gesang und den mir an vielen Stellen einfach zu bonbonfarbenen Keyboards liegt. Ohne Frage ein ambitioniertes Werk, aber irgendwie vermag es mich einfach nicht zu packen. Laut Info planen AETERNITAS bei Live-Auftritten, die Texte mittels theatralischer Mittel optisch umzusetzen. Das könnte ich mir wiederum sehr interessant vorstellen, für den rein akustischen Eindruck gibt es aber erst mal nur 6,5 Punkte.