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2014-04-25 DE Essen - Turock
 

Machen wir uns nichts vor, der Kultstatus von PESTILENCE beruht vor allem auf den ersten drei Alben (bei den abgedrehteren Typen, den ersten vier Alben), aber bei aller Reunions-Abfeierei sind vor allem die drei Post-Reunions-Alben eher durchweg zwiespältig aufgenommen worden. Nicht anders ist es wohl zu erklären, das sich das Turock an einem Freitagabend nur sehr, sehr spärlich mit Death-Metallern gefüllt hatte, die ihre holländischen Helden feiern wollten.

Der britische Opener :: ANCIENT ASCENDANT ::, mit immerhin schon zwei Full-Length Alben (Echoes And Cinder von 2014) und drei EPs im Gepäck beladen, boten Midtempo-lastigen Death Metal mit reichlich klassischen Heavy Metal Parts und Black Metal Gekeife. Hier und da wurde das ganze mit Akustik-Parts und Blastbeats aufgelockert, was allerdings nicht darüber hinwegtäuschte, das sich der Gig als relativ zähe und inhomogene Angelegenheit erwies. Dazu fehlendes Stage-Acting und nahezu keine Bühnenpräsenz... Die Reaktionen des noch sehr leeren Turocks waren dann auch dementsprechend, äh ja... lauwarm...

Die Franzosen :: SETH :: boten danach Black Metal, der wenig mit dem ihrer bekannteren Landsleute Deathspell Omega oder Blut aus Nord zu tun hat und hatten mit The Howling Spirit ebenfalls eine neue LP im Gepäck. Geboten wurde melodischer Black Metal, in Songs die jedoch relativ zerfahren und holprig wirkten und einen doch recht wenig zu Begeisterungstürmen hinreißen ließen. Auch hier wurde nahezu komplett auf Stageacting verzichtet, so daß nach Ancient Ascendant auch SETH nahezu keinen bleibenden Eindruck hinterließen, geschweige denn Werbung für ihre aktuellen Platten machten.

Wer danach dachte, es könne ja nur besser werden, wurde eines schlechteren belehrt. Was :: PESTILENCE :: im Turock boten, war schlichtweg eine Enttäuschung! O-Ton Kumpel Lütti, seines Zeichens beinharter PESTILENCE Fan der ersten Stunde "das war Scheisse - hatte das Gefühl, da steht ne Schülerband auf der Bühne". Davon abgesehen, das der matschige Sound durch die ultratiefen Gitarren wenig dazu beitrug Feinheiten in den doch recht anspruchsvollen Songs zu erkennen, wirkte besonders Herr Mameli wenig motiviert und ziemlich lethargisch und nervte mit seinen endlosen Trinkwasserpausen, die vermutlich ohne die beiden Aktivposten Patrick Uterwijk (co-Gitarrist) und Drummer David Haley und vor allem die ungeduldigen Fans noch länger gewesen wären. PESTILENCE wirkten dazu noch wenig sattelfest in Sachen Timing (!) und verließen die Bühne ohne Zugabe, obwohl sicherlich noch Zeit für 2-3 Songs gewesen wäre. Der eine oder andere hätte sich sicherlich über einige ältere Songs gefreut. Nun, zweiter Tourtag, vielleicht müssen sich die Jungs noch eingrooven, oder was auch immer, aber in dieser Form war das ganz, ganz schwach!

 

story & pics © BRT