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One Sentence.Supervisor

 
2017-11-11 DE – Bochum - Zeche
 

| Einlass: 18:00 Uhr | Beginn: 19:00 Uhr | Tickets: 25,00 EUR + Gebühren | SOLD OUT |

 

Meine erste und bis dato einzige ARCHIVE Show im Jahre 2013 war die reinste Offenbarung. Seitdem habe ich diese Band ins Herz geschlossen und höre sie extrem gerne. Allerdings mussten glatt 4 Jahre ins Land ziehen, bevor ich nun auch eine zweite Chance bekam, die Londoner Art Rocker live zu erleben. Und das auch nur, weil ARCHIVE nach dem phänomenalen Erfolg der Of The False Foundation Tour in 2016 (wo ich sie leider auslassen musste) noch einmal einen Europa-Tour-Nachschlag drangehangen haben. Dazwischen gab es nur Festivalauftritte, keine Touren, trotz dreier bzw. zweier neuer Alben.

Konsequenterweise sind nun auch die Herbstshows 2017 beinahe komplett ausverkauft, so auch die :: Zeche Bochum ::. Eine kuschelige Angelegenheit, aber auch eine angenehme bei den winterlichen Außentemperaturen, denn die Halle war gut geheizt.

:: Fotos :: ONE SENTENCE. SUPERVISOR ::

Wie üblich in der Zeche, startete die Show zeitig (Samstag, Disco-Abend), dieses Mal zum Glück nur minimal vor der angekündigten Zeit. Support Act dieser Tour waren die Schweizer :: ONE SENTENCE. SUPERVISOR ::, die es sich ohne Umschweife auf einer sehr beengten und zugestellten Bühne gemütlich machten. Und die Jungs waren eine echte Überraschung! Ich nenne es mal eine psychedelische Indie Post Rock Version, ONE SENTENCE. SUPERVISOR nennen es „temporär Musik“, wie der Titel ihres 2016 veröffentlichten Zweitwerks Temporär Musik 1-13. Es gibt flirrende Gitarren, viel Delay und wunderbar verhallten Gesang. Wie auch immer, die Bass- und Drum-Rhythmen waren treibend und man sah allenthalben die Leute wackeln. Ging aber auch ins Bein die Musik… Leider gönnte man den Schweizern nur 5 Songs und so endet die Show keine 30 Minuten später. Das war alles viel zu kurz! Nichtsdestotrotz… meine wärmste Empfehlung an alle, die sich von diesem Stil angesprochen fühlen. Hört euch ONE SENTENCE. SUPERVISOR auf Bandcamp an, oder besser noch, kauft euch ne CD ;) Großartige Musik!
Setlist: Algo Rhythm, Hedera Helix, Live Jam, TBA, Yélena

:: Fotos :: ARCHIVE ::

Nach einer zügigen, mit Slowdive’s selbstbetiteltem Comeback-Album versüssten Umbaupause - eine ausgezeichnete Wahl! - standen :: ARCHIVE :: dann auch schon um 20 Uhr als Headliner auf der Bühne. Wow, das war zeitig! Jetzt wurde es aber auch wirklich eng und kuschelig in der Zeche, bei recht schlechter Luft - und prompt kippte das erste Mädel aus den Latschen.
ARCHIVE
starteten mit Driving In Nails vom aktuellen Album The False Foundation, vom dem sie sechs der zehn Songs spielten. Darüber hinaus bedachten sie besonders liebevoll das Controlling Crowds Doppelpack mit gleich vier Tracks. Dazwischen gab es Highlights des Vorgängers bzw. altbekannte Klassiker, die dann natürlich lautstark mitgesungen wurden. Das Publikum lauschte wahlweise gefesselt oder jubelte entfesselt.
ARCHIVE
erschaffen aber auch so wunderbare Klangwelten. Die Songs werden live anders interpretiert als man sie von der CD her kennt, überraschen immer wieder mit listigen Breaks und Wendungen ohne verkopft progressiv zu klingen oder entfalten sich zu cineastischer Soundgewalt, untermalt mit einer schönen Lightshow - die vermutlich am besten wirkt, wenn man hinten in der Mitte steht - und visuellen Effekten auf der Rückwand der Bühne.
Es gab keinen Damengesang bei dieser Tour, 20013 auch nicht, wenn ich mich recht erinnere. Gut, Holly Martin war auf dem aktuellen Album eh nicht mit dabei. Heißt, Dave Pen und Pollard Berrier schmissen die Show quasi alleine, aber auch das sehr wirkungsvoll. Hach… ♥ You know...
David Penney erinnert mich irgendwie an Coldplay’s Chris Martin. Darius Keeler tobte sich ordentlich hinter seinen Tasten aus und dürfte nach jeder Show Muskelkater haben. Der Rest der Band blieb weitestgehend im Hintergrund, was aber auch der vollgepackten Bühne geschuldet sein dürfte.
Nach gut einer Stunde fand eine fabelhafte Show mit dem ruhigen Blue Faces sein formelles Ende. Leider gab es wieder einmal ein paar Idioten im Publikum, die ihr banal-besoffenes Geschnatter nicht in annehmbarer Lautstärke führen wollten, was zu diversen Rangeleien mit ARCHIVE Fans führte - sehr zum Leidwesen aller. Die kurze Pause zur Zugabe reichte aber zum Glück, damit sich die Gemüter beruhigten, so dass jedermann noch einmal drei großartige Tracks genießen durfte.

Damit ging ein wirklich fantastisches Konzert mit einmal mehr überragenden ARCHIVE und überraschenden ONE SENTENCE. SUPERVISOR zu ende. Beschwingt und mit einem breiten Lächeln im Gesicht ging’s anschließend nach Hause.


Setlist: Driving In Nails, Words On Signs, Stay Tribal, The False Foundation, Fuck U, Splinters, Sane, Bullets, Ride In Squares, The Feeling Of Losing Everything, Empty Bottle, Blue Faces // Bright Lights, Feel It, Numb

 

story & pics © Dajana & Dajana Winkel • Photography